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Die Scientology-Organisation

Scientology
Scientology-Gebäude

Die Scientology-Organisation (SO) verfügt weltweit über etwa 100.000 Anhänger, davon rund 3.500 in Deutschland (Stand: 2017; Baden-Württemberg 2018: ca. 750–800). Sie wurde 1954 durch Lafayette Ronald Hubbard (1911–1986) gegründet. Die SO betrachtet die von HUBBARD entwickelte Lehre als in der Tradition des Buddhismus stehende Erlösungsreligion und als einzige Rettung einer angeblich vom Niedergang gekennzeichneten Gesellschaft. Hubbards Techniken sollen Menschen „geistig befreien“ („individuelle Dianetik“), welche anschließend als nahezu fehlerlos funktionierende „Clears“ beziehungsweise höher trainierte „Operierende Thetane“ („OTs“) zunehmend die Kontrolle über ihre Umgebung ausüben sollen.

(Quelle: Landesamt für Verfassungschutz Baden-Württemberg)

Die „Scientology-Organisation“ (SO), die seit dem Jahr 1997 durch das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird, war in den vergangenen Jahren mit wachsenden Problemen konfrontiert. Trotz hohen Werbeaufwands konnte sie in Baden-Württemberg keinen Mitgliederzuwachs verzeichnen (insgesamt 750 bis 800 Mitglieder in Baden-Württemberg in 2018). Vielmehr ist ein Mitgliederrückgang, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, auszumachen. Das Landesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass die SO etwa ein Drittel ihrer Mitglieder seit Beobachtungsbeginn im Jahr 1997 verloren hat. Trotz intensiver Bemühungen um eine positive Außendarstellung kann die SO die schwindenden Mitgliederzahlen nicht mehr verbergen. Dennoch verfügt die SO in Baden-Württemberg aufgrund ihrer verfestigten Strukturen und des dichten organisatorischen Netzes über eine größere Zahl von Anhängern als in anderen Bundesländern. Die SO betreibt seit Anfang September 2018 in Stuttgart die „Ideale Org“, die aus der vorherigen „Klasse V Org“ hervorgegangen ist. Daneben gibt es vier Basisorganisationen (Missionen) in Göppingen Karlsruhe, Kirchheim unter Teck und Ulm, zudem mehrere „Feldauditorengruppen“. Weiterhin besitzt die SO eine Reihe an Unterorganisationen auch in Baden-Württemberg. Die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM) führt je ein Büro in Karlsruhe und in Stuttgart, ebenso werden im Raum Stuttgart die Büros von „Sag Nein zu Drogen - Sag Ja zum Leben“ und „Jugend für Menschenrechte“ betrieben. Wie für andere religiös-weltanschauliche Anbieter lockt Baden-Württemberg mit seiner Wirtschaftsstärke und seinen potenziellen kaufkräftigen Kunden. So bleibt die SO auch hier weiterhin mit der Vermarktung von Publikationen und Seminaren flächendeckend aktiv, vor allem im Mittleren Neckarraum.

Die SO besitzt eine Reihe von Tarn- und Unterorganisationen, mit deren Hilfe sie versuchen, Mitglieder zu gewinnen und die SO-Ideologie teils unter dem Deckmantel von Hilfsorganisationen oder Nachhilfeangeboten zu verbreiten. Hierzu zählen:

  • World Institute of Scientology Enterprises (WISE)
  • Assciation for Better Living and Education (ABLE)
  • Die Kampagne Sag NEIN zu Drogen - Sag JA zum Leben e. V.
  • Die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM), Citizens Commision on Human Rights – CCHR)
  • Die Initiative Jugend für Menschenrechte e. V. (Youth for Human Rights)
  • Der Weg zum Glücklichsein
  • NARCONON
  • Der Verlag New Era Publications International
  • Applied Scholastic

 

Die „Ideale Org“ in Stuttgart

Im Scientology-Zentrum („Ideale Org“) in der Heilbronner Straße 67-69 in Stuttgart, das zunächst Jahre leer stand, haben im Herbst 2017 Baumaßnahmen begonnen. Die Eröffnung der Niederlassung erfolgte Anfang September 2018. Trotz der neuen Repräsentanz und verstärkten Werbeaktionen blieb eine maßgebliche Veränderung der Mitgliederzahlen aus.

Aktivitäten der SO gegen Psychiatrie

Die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM), die Mutterorganisation trägt die Bezeichnung „Citizens Commission of Human Rights“ (CCHR), ist eine der wichtigsten und am aggressivsten auftretenden Unterorganisationen von Scientology. Die Scientology-Organisation verfolgt damit das langfristige Ziel der „globalen Vernichtung“ der Psychiatrie und letztlich die Eliminierung nahezu aller Psychotherapieangebote. Die KVPM versucht, durch Kampagnen und Briefe an Politikerinnen und Politiker Stimmung gegen die Psychiatrie zu machen. Die Scientology-Organisation will auf diese Weise die Gesetzgebung beeinflussen und langfristig Scientology-Konzepte in den Schulen, im Jugendhilfebereich und im Gesundheitswesen verbreiten. Zudem wird indirekt der Eindruck erweckt, in Deutschland würde die Begehung von schweren Menschenrechtsverletzungen durch diese Berufsgruppen toleriert. Durch Rundschreiben, Anschreiben sowie Beschwerden an Politikerinnen und Politiker sowie Fachgesellschaften versucht die KVPM sowohl Stimmung gegen die Psychiatrie bzw. gegen Psychiatrieangebote im Allgemeinen zu machen als auch die Behandlungsmethoden konkret benannter Ärztinnen und Ärzte bzw. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als schädigend und rechtswidrig darzustellen. Dabei misst die KVPM der Behandlung mit Psychopharmaka verallgemeinernd eine gesundheitsschädigende Wirkung bei. Vermehrt wird auch undifferenziert Kritik an der Verschreibung von Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen geübt. Auch die Themen der Zwangsbehandlung, der Manipulation durch „korrupte und willkürliche“ Gutachter und der sog. Elektrokrampftherapie werden aufgegriffen und mit unsachlichen und tendenziösen Argumenten an den Pranger gestellt. Die Fachkräfte der Suchtprävention und -hilfe in Baden-Württemberg sind sensibilisiert und aufmerksam bezüglich des Themas. Seit einigen Jahren werden in Fußgängerzonen immer wieder Materialien unter dem Titel „Fakten über Drogen“ (inzwischen gibt es die Informationen auch zu allen möglichen Substanzen) verteilt. Unter diesem Titel gibt es auch Materialien, die an Lehrkräfte und Schulen versendet werden. Diese Materialien werden vom Verein „Sag NEIN zu Drogen – sag JA zum Leben“ erstellt und verteilt, der 2003 in Deutschland von Mitgliedern von Scientology gegründet wurde. Weltweit gehört der Verein zu der Dachorganisation „Foundation for a Drugfree World“, die ebenfalls durch Scientology gegründet wurde. Auf der Homepage des Vereins wird dafür geworben, dass die Heftchen als Grundlage für den Unterricht oder ein Referat sehr gut geeignet seien. Die Broschüren zitieren zunächst seriöse Quellen (z.B. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Drogen- und Suchtbericht etc.), sind insgesamt aber reißerisch und nicht immer wissenschaftlich korrekt. Es erscheint sinnvoll und wichtig, Schulen über den Zusammenhang dieser Materialien mit Scientology zu informieren.

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